Diagnose glutenbedingter Beschwerden

Bei Symptomen, die auf Zöliakie hinweisen, wird zunächst das Blut auf spezifische Antikörper untersucht, um einen Hinweis dafür zu bekommen, ob eine eventuelle Zöliakie vorliegt. Dabei werden in erster Linie die Antitransglutaminase-Antikörper (anti tTG) der Klasse IgA untersucht. Hierbei handelt es sich um einen äußerst zuverlässigen und routinemäßig durchgeführten Bluttest.
Bei positiven serologischen Ergebnissen wird eine Dünndarmbiopsie empfohlen, die mithilfe einer Magenspiegelung durchgeführt wird.
Bei der Biopsie werden Gewebefragmente entnommen und histologisch untersucht, das heißt, das zusammenhängende Gewebe wird hinsichtlich der Unterschiede zu einer intakten Schleimhaut analysiert.
Wenn sowohl positive serologische Befunde als auch Veränderungen im Dünndarmbereich festgestellt werden, kann die Diagnose Zöliakie bestätigt werden. Zu diesen Veränderungen gehört ein Abflachen der ursprünglich dicht gefalteten Zwölffingerdarmzotten (Zottenatrophie) und eine Zunahme der intraepithelialen Lymphozyten (Teil der weißen Blutkörperchen, der an der Immunaktivität des Darms maßgeblich beteiligt ist).
Diagnoseweg zur Feststellung einer Zöliakie, Weizenallergie oder Glutensensitivität

Diagnose Glutensensitivität

Erweist sich bei einer Biopsie der Verdacht auf Zöliakie als unbegründet und kann eine Weizenallergie ausgeschlossen werden, liegt eine Glutensensitivität vor, wenn eine glutenfreie Diät die Beschwerden abklingen lässt. Klarheit erlangen Sie relativ schnell, da die Symptome sich in der Regel schon nach wenigen Tagen verbessern. Die Glutensensitivität wird also über eine reine Ausschlussdiagnose festgestellt. Eine spezifische Diagnose gibt es nicht.

Wie wird Glutensensitivität erkannt? Dr. med. Michael Schumannn von der Charité in Berlin fasst leicht verständlich den Diagnoseweg zusammen.

Belastungstest

Einige Gastroenterologen und Ernährungsberater empfehlen einen Gluten-Belastungstest (durch Konsum von glutenhaltigen Produkten) um die Diagnose zu verifizieren. Dieser Belastungstest sollte nur nur unter Aufsicht von Experten durchgeführt werden, da es erneut zu Symptomen kommen kann. Alle weiteren Schritte sollten dann mit dem Facharzt besprochen werden.